Hm, hätte ich es wissen müssen, dass es scheitert? Manch einer wird sich wundern, manch anderer wird sagen "Ach, wusste ich doch gleich!".
Die Gedanken daran waren schön. Die Vorbereitungen haben mir fast den letzten Nerv geraubt und die Streckeneinteilung wollte einfach nicht klappen. 12 - 15 km pro Tag hätten eine Wanderung von mehreren Wochen bedeutet und bei einer Einteilung von runden 20 km / Tag hätten wir die Pensionen kaum oder gar nicht erreicht, da sie nunmal nicht so am Weg lagen, dass ich dort einfach hätte einchecken können, um am nächsten Tag weiter zu laufen. Ich hätte alles stückeln müssen: bis Vechta wäre ich mit Glück gekommen, hätte dann ein ganzes Stück via Zug oder Auto überbrücken müssen, um dann hinter Bremen wieder anzusetzen.
Je weiter ich die Route in das Navi eingab, desto mehr sank mein Mut. Die letzte Woche verging nahezu kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal komplett vom Regen durchnässt nach Hause kam. Die ganze Woche habe ich gegrübelt, aber nachdem ich gestern schon fast eine Trainingsstunde absagen musste, weil mir im Park schon vor lauter Wind die Bäume entgegen kamen, fand ich das alles einfach nur noch bekloppt: ausgerechnet Ende Oktober (wir hatten den 21. festgelegt) wollten wir mit dem Laufen starten! Warum nicht im Frühjahr, wenn die Tage länger sind und das Wetter gnädiger? Mal einen Regenschauer zu durchlaufen ist ja oK, aber ständig dem Dauerregen ausgesetzt zu sein, erfüllt mich nicht gerade mit Freude.
Heute morgen wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Die Entscheidung, nicht zu laufen war endgültig gefallen, denn: Marie ist krank. Auch ihr hat das Wetter zugesetzt. Hab ich vorher noch immer gefrotzelt, dass sie jawohl ein Hund und keine Memme sei, so hat sich jetzt gezeigt, dass ihr Immunsystem scheinbar (noch) nicht mit diesem Wetter umgehen kann. Gestern schon hat sie sich ständig an die Heizung gelegt, da es ihr auf ihrer "Bettenburg" scheinbar zu kalt war (bei mir im Zimmer war ständig das Fenster geöffnet). Heute hat sie zugeeiterte Augen und hat sich eine Erkältung aufgesackt.
Die Ohren hängen...., Marie ist gar nicht gut drauf.
Eigentlich hatten Claudia und ich heute vor, die 2. Etappe von Lünen nach Werne zu laufen. Nachdem ich aber gestern trotz der Sturmböen zum Trainung fuhr, dafür aber glatschnass zurück kam und das Wetter für heute wieder Regen vorher sagte, haben wir das gecancelt. Spätestens heute hätte ich eh absagen müssen, denn Marie mag so gar nicht. Statt durch die Pampa zu wandern, mache ich gerade "Wie kriege ich die Augentropfen ins Auge" - Training mit ihr... :( Neben dem, dass es mir leid für sie tut, ist dieser Hund genauso wie mein verstorbener Kater Kim-Felix. Da was hinein zu bekommen, kommt einer Tagesaufgabe gleich, die vollsten Einsatz erfordert. Himmel, Marie ist eigentlich gar kein Hund. Die kann sich doller winden als eine Katze, ist obendrauf viel zu schlau, als dass sie nicht alles gleich durchschauen würde. Ganz großes Kino! So schlapp sie auch ist (womit ich schlechter umgehen kann, als mit ihrem Gehibbel, wenn sie meine Nervenfasern mal kräftig dehnt), in dem Moment wo es um Augentropfen geht, mobilisiert sie alles an Reserven. Grumpf! Die Augentropfen finden sich in Form von vielen vertrockneten Punkten auf dem Laminat wieder..., ins Auge habe ich noch keinen bekommen.
Morgen bekommt sie tatsächlich einen Regenmantel verpasst... So geht das einfach nicht.
Das, was mich neben dem Geknicktsein wegen der Nicht-Wanderung aufrecht erhält ist: im November sind wir trotzdem in Cux! Und bis dahin werden wir (mit Regenmantel bestückt und auf besseres Wetter hoffend) Tagesausflüge machen. Sobald Marie wieder fit ist, versteht sich. Die 14 Tage hatten wir ja nun für die Wanderung vorgesehen und das einfach so vetreichen lassen, finde ich auch doof. Also nehmen wir jetzt "Plan B" und freuen uns einfach auf Cux!
