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Von Dortmund nach Cuxhaven - zu Fuß!

Veröffentlicht von TiRo auf 6. August 2012, 16:53pm

Kategorien: #Von Dortmund nach Cuxhaven - zu Fuss

 

Wir haben einen Plan: Zu Fuss von Dortmund nach Cuxhaven!

 

„Jetzt sind sie verrückt geworden!“ – yo, das könnte man durchaus meinen und so ganz unrecht hat diese Stimme nicht!

Wer mich kennt weiß, dass das ein total verrücktes Unterfangen ist: ausgestattet mit einem Orientierungssinn wie ein Wildschwein (nur, wo es was zu Essen gibt, finde ich hin), total unfähig, eine Route auszuarbeiten und entsprechend alles zu organisieren (mein extra gekauftes GPS-Gerät vergesse ich ständig zuhause), kam ich auf diese doch recht waghalsige Idee.

 

Schon mit meiner Hündin Hermine wollte ich damals unbedingt eine Hüttenwanderung unternehmen. In erster Linie scheiterte dieses Vorhaben an meinem nicht vorhandenen Organisationstalent und am Geld. Später dann scheiterte es in zweiter Linie an meinem Alltag und an Hermines Gesundheit.... Derweilen ist meine Hündin verstorben und die Hüttenwanderung haben wir nie gemeinsam erleben dürfen.

 

In den letzten Monaten haben sich hier die Ereignisse überschlagen. Sie kamen so geballt, dass ich keine Chance hatte, sowohl die guten als auch die schlechten zu verarbeiten. Jetzt hat sich die Situation entspannt, ich habe alles „am Start“, was ich „am Start“ haben kann – nur eines ist geblieben: ich will hier weg, ich muss hier raus, ich muss laufen!

Jetzt hab ich zwar immer noch nicht so wirklich was an Geld, aber die Chance, Termine entsprechend zu legen, mir also den Freiraum zu schaffen und außerdem habe ich in Marie den perfekten Hund zur Begleitung! Also: wenn nicht jetzt, wann dann?!

 

Es gab schon einmal eine Zeit, in der ich mich mit dieser Idee beschäftigte. Ich hab sie aber wieder verworfen, weil ich dachte, dass das zu wahnsinnig ist. Aber wie das so ist: die Idee grub sich durch die Hirnwindungen wieder nach Oben. Ich surfte abends im Internet, frönte meinem Fernweh und der Plan entstand erneut. Vielleicht habe ich mich dann auch ein wenig hinreissen lassen, dieses Unterfangen doch mal anzugehen. Im Internet stieß ich auf eine Frau, die mit ihrem Hund und Fahrrad von München nach Spanien gefahren ist. Auf Mallorca möchte sie ein Zentrum namens „Casa Calma“ eröffnen. Weitere Infos zu diesem tollen Projekt findet Ihr hier: link (anlicken).

Gut, für mich braucht´s das nicht. Das ist mir zu groß, zu weit und ich bin ja schon bald mit der im Verhältnis „schlappen“ Organisation von 300 km Luftlinie von Dortmund nach Cuxhaben überfordert.... *schallend lach*.

 

Seit ein paar Tagen bin ich jetzt damit beschäftigt, diesen Plan zu verfolgen und gucke, was es da für Möglichkeiten bzgl. der Wege gibt. Ich bin weder religiös, noch brauche ich eine Muschel als Erkennungszeichen, aber die Pilgerwege scheinen attraktiv für dieses Vorhaben. Auf meiner Suche nach einem Wegenetz bin ich wiederum auf einen Blog gestoßen: "Cuxhaven bis ans Ende der Welt". link zum Blog... Na Hallelulja, Respekt!

 

Spätestens seit Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ ist pilgern zu einem Begriff geworden, der viele nach Santiago laufen lässt. Ich möchte nicht nach Santiago – was soll ich da auch?! Cuxhaven – da möchte ich hin, meine zweite Heimat. Und wenn es schon um das Wort „Pilgern“ geht, dann ernenne ich einfach Cuxhaven zu meinem Santiago... oder so. Genau zu dieser Tür möchte ich:

 

wir-haben-einen-Plan 0298

 

Die hat in meinem mentalen Bewusstsein genau die gleiche Bedeutung wie die Pforte einer Kirche... ;) Im November wollten wir eh wieder dort eine Zeit verbringen. Was also liegt da näher, dieses Mal dorthin zu laufen? Doppelt so bekloppt, denn wer läuft bitte schön im Oktober durch die Pampa. Ausgerechnet dann, wenn das Wetter absehbar scheußlich wird?! Pfff, mir doch egal – das bringt mich höchstens auf die Idee, nach einer leichten Regenhose zu suchen, die sich überstreifen lässt und sollte es mehrere Tage am Stück regnen, dann braucht auch Marie was. Die hat nämlich keine Unterwolle.

 

Ich gebe es ehrlich zu: auch ich hab zwischendurch so meine lieben Zweifel. Nämlich dann, wenn ich an die besagte Organisation – alleine die Übernachtungen – denke. Und gerade, dass ich den einen Tag dachte: „Ach komm´, machst´e doch eh nicht!“, stieß ich bei Facebook auf dieses Foto:

 

JohnShep

 

Dieses Bild von einer tollen jungen Fotografin namens Hannah Stonehouse Hudson zeigt John und seinen Hund Schoep beim Baden in einem See. Die Beiden sind seit 19 Jahren vereint. Für mich eines der bewegensten Bilder zur Verbundenheit zwischen dem Menschen und seinem Hund. Wer mehr zu den Beiden erfahren möchte, der schaue zum einen auf Hannahs wundervollen Stonehouse - Photo - Blog (link anklicken) oder liest zum anderen diesen Artikel "Bayfield, Wis., photographer´s photo goes viral": link (anklicken, es lohnt sich! ;)).

So, nach diesem Bild war für mich klar: Marie und ich ziehen das durch - jetzt oder nie! ;) Es gibt immer Gründe, irgendwas nicht zu tun..., viel wichtiger ist es, es zu tun, wenn man es tun möchte. Na super, jetzt werde ich auch noch poetisch... *schallend lach*.

 

Bevor wir jetzt aber zu romantisch werden (oder das System wieder der Meinung ist, ich müsse alles nochmal neu schreiben - *grumpf*), schicke ich es jetzt online. Damit bekommt es einen gewissen "offiziellen Charakter" *lach* und morgen kommt dann das Weitere.... ;).

 

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