... und das nicht nur mittendrin, sondern auch direkt mitmischend. Hmpf!
Die Hundehaltung in dieser Stadt wäre gar nicht so schlimm..., wären da nur nicht soviele andere Hundehalter, die ständig meinen, sie seien die Dollsten und die Berufenen. Kann die mal jemand abstellen?
Diese selbsternannten Hundeexperten, die ungefragt Ratschläge geben wollen und wie Prediger unterwegs sind, kann ich derweilen gut ignorieren. Sie lassen mich nach dem einen oder anderen verbalen Schlagabtausch in Ruhe; im Zweifelsfalle drehe ich mich einfach um und lass sie stehen.
Viel schlimmer sind diejenigen, die irgendwann mal was gelesen oder gehört haben und völligst unreflektiert an den Hunden rummachen. Um noch einen obendrauf zu setzen: es gibt auch diejenigen, die noch merkbefreiter irgendwelche Geschichten abgucken, übernehmen und selbst anwenden. Das natürlich auch noch völligst ungeachtet dessen, wer da vor ihnen steht oder um was für einen Hund es sich handelt. Da wird irgendwas veranstaltet, was eigentlich niemand nachvollziehen kann - am wenigsten die Hunde - ausser demjenigen, der sich da gerade fühlt, als wäre er der Hundeflüsterer und fucking (ts, das gehört sich doch nicht!) Godfather sämtlicher Hunde. Da kann ich noch nicht einmal von einem Halbwissen oder Pseudowissen schreiben, denn das wäre schon zuviel. Und wenn dann auch noch so jemand kommt und allen ernstes meint, er könne eine Situation zwischen seinem und meinen Hund klären, dann Gnade ihm der Himmel, wenn er den Fehler begehen möchte, während ich daneben stehe.
So geschehen heute Morgen:
Eigentlich hätte alles so schön sein können: die Mädelz und ich trafen auf der Hundewiese ein Paar, die einen Podenco bei sich hatten. Exakt wie Marie in der Anfangszeit, scannte er ausschliesslich den Zaun nach Wild ab, rannte hin und her auf der Suche nach Jagdbarem und wollte eigentlich nur unter den Zaun durch oder drüber weg. Marie hingegen schien sich richtig zu freuen, mal einen ebenbürtigen Kumpel zu treffen und begrüßte ihn herzlich mit einer Aufforderung zum Rennen. Nee, wat schön, das schweisst ja schon zusammen: Freud und Leid liegen dicht beeinander und es kann richtig Spaß machen, mal mit jemandem ein wenig zu fachsimpeln, der genau die gleichen Sorgen und Nöte hatte. Während ich derweilen schon ein wenig relaxter auf der Wiese stand, konnte ich es so gut nachvollziehen, dass das Paar den Hund nicht aus den Augen lies und bei der kleinsten Regung sofort in Bewegung geriet. Schwuppdiwupp ist so eine kleine Jagdsau immerhin auch weg. Gerade, wenn man so am Anfang der Beziehungsarbeit steht, hat mensch gar nicht mehr die Kapazitäten, um sich noch gesellschaftsfähig zu zeigen. Ich konnte das nachfühlen und hatte Verständnis für ihre Aktionen. Alles war im grünen Bereich, wir schafften es trotz der einen oder anderen schnellen Aktion des "Ich-bin-dann-mal-weg" - Podencos ein wenig zu quatschen und uns über das Jagdverhalten unserer Hunde auszutauschen. Es sind also doch noch nette Menschen unterwegs hier.
Bis sie kam: die Zecke! Die Zecke in weiblicher Form, völligst merkbefreit und immer auf der Suche nach Menschen, an die sie sich sinnbefreit andocken kann, um ihnen das Blut auszusaugen, schlechte Laune reinzupumpen und den letzten Nerv zu rauben. Da kam sie also angewackelt, mit ihrer Töle... Und während diese Frau zielstrebig auf die Hundewiese zusteuerte, waren das Paar und ich gerade an dem Punkt des Gespräches angelangt, an dem wir die Zielstrebigkeit unserer Hunde betonten, insbesondere der Fähigkeit des Podencos, Zäune nicht als Hindernisse zu betrachten. Ich sah noch, wie diese Frau also die Tür öffnete und ich beherzt zu meinem Hund ging, um diesen ins Geschirr zu greifen. Offene Tür bedeutet unter Umständen Hund weg. Das alleine hätte mich noch gar nicht mal so aufgeregt, aber der Umstand, dass ich meinen Kaffeepegel noch nicht aufgefüllt hatte, verlieh dem Ganzen dann schon eine gewisse Form der Dramatik. Nämlich die, dass ich schnell grätzig werden kann, wenn man sich so selten dämlich anstellt, wie eben diese Frau, indem sie nicht nur die Tür öffnete, sondern auch noch in der geöffneten Tür stehen blieb, um ihre Töle zu locken, die noch weniger Lust hatte die Wiese zu betreten, als ich Lust hatte, sie zu sehen. Derweilen war Spunk schon rausgelaufen... Und sie stand da immernoch und flötete völligst blöde ihren Hund an. Im Augenwinkel sah ich noch, wie der Podenco seine Chance witterte und Richtung Tür rannte. Da brannte mein erstes Licht und ich raunzte die flötende Tölenanschieberin an, sie möge entweder reinkommen oder draussen bleiben, aber jetzt endlich mal die Tür zumachen!
Und dann zeigten Marie und ich uns als Team - wir sind ein gutes Team, quasi die geborenen Teamplayer (wer mich kennt, kann in etwa meine jetzigen Gesichtszüge vor seinem geistigen Auge sehen: ein breites, fieses Grinsen). Kurz vorab müsste ich vielleicht noch sagen, dass diese Frau samt ihres Hundes ein rotes Tuch für mich darstellt und sich so langsam aber sicher die unterschwellige Aggression zur offensichtlichen wandelt. Nachdem sie mir wochenlang nahezu nachgelaufen ist (wirklich, die war schlimmer als nen Kaugummi an der Schuhsohle), bis ich ihr mal ein fettes Stopschild vor die Stirn klatschte. Dann war Ruhe. Sie orientierte sich um, suchte sich andere zum Andocken und nachdem sie dann auch noch vom Ordnungsamt erwischt wurde, mied sie dieses Gebiet. Gut für mich. Dumm nur, dass diese Frau scheinbar irgendein körpereigenes Reset-Programm installiert haben muss. Das stellt sich anscheinend automatisch auf Null zurück, wenn mal eine Zeit lang Ruhe herrschte oder wir sie schlicht nicht mehr getroffen haben. Über dieses Reset-Programm verfüge ich nicht, schon gar nicht, wenn ich keinen Kaffee getrunken, keine Kippe geraucht habe und somit eh schon mit Vorsicht zu genießen bin. Und dennoch: da muss schon sehr viel Antipatie mitgeschwungen haben.... *räusper* Ach ja: hinzu kommt noch, dass ihre Hündin eine genauso große Flachpfeife ist wie der dazugehörige Mensch und das einzige, was mir zu diesem Hund einfällt: schönes Halsband (was noch nichtmal schön ist). Jedenfalls hatte sie sich nun also entschieden, auf die Wiese zu kommen und ihren Köter herbeizuflöten und zu bitten. Und dann....
Jo, dann zeigten Marie und ich unsere Teamplayerfähigkeiten: während sich Marie die Hündin vornahm, nahm ich mir die Besitzerin vor!
Marie ist eigentlich überhaupt kein Hund, der Streit anzettelt. Sie ignoriert andere Hunde, fordert sie vielleicht auch mal zum Rennen auf, hat aber keinen Bock auf Stress. Wenn ihr aber ein anderer doof kommt, dann kommt auch sie ums Eck und wehrt sich. Finde ich völligst in Ordnung. Dieses Mal ging sie allerdings (für mich neu gewesen) zum Abchecken zur Hündin, zumal ich schon mit geballten Fäusten in der Tasche stand beim Anblick dieser beiden Grazien von Frau mit Hund vor mir. Perfekte Stimmungsübertragung - wir sollten einen Lehrfilm drehen. Die beiden Hündinnen beschnüffelten sich kurz, irgendeiner der Weibsen muss leise geknurrt haben (ich hab´s nicht gehört, nur gesehen, dass da was im Gange ist). Die beiden Mädels fangen an zu rangeln. Nen bißl Bruststemmen, ein bißl Zähnezeigen..., weit entfernt von ernsthaften Schwierigkeiten. Noch stand ich - die Hunde beobachtend - am Rand der Szene, es bedurfte keines Eingreifens. Kleines Kräftemessen halt, ohne Verletzungsgefahr. Dann kam der Podenco ins Spiel, stellte sich Marie zur Seite. Ok, jetzt wurde es unfair der anderen Hündin gegenüber. Das wäre jetzt der Zeitpunkt, um mal eben einen beherzten Pfiff loszuwerden, die Hunde beim Namen zu nennen und so die Situation aufzulösen. Ich machte noch einen Schritt zur Seite, um der Hundeschieberin auszuweichen und den Blick frei zu haben, als diese sich aber schon mit körperlichen Einsatz auf die Hunde stürzte. Ja Hallo? Erst drängt sie sie in die Ecke und dann wirft sie sich fast drauf?! Sie hatte die beiden Mädels gepackt, der Podeco ist derweilen von Dannen gezogen. Jo..., dann folgte mal eben mein Einsatz, denn wie gesagt: bei solch schwachsinnigen Aktionen sollte man mich nicht in seinem Rücken haben. Ich stand neben ihr, sagte kurz: "Loslassen!" Sie: "Nein!" Ich - in einem leiseren Ton und dann wird es ganz gefährlich: "Doch! Und das SOFORT! Sofort lässt Du meinen Hund los und drück sie nicht runter!" Ihr Glück war, dass sie Marie losliess, meinte aber noch "Ich drücke wenn dann beide runter... (*plärrr, uhar, die andere (damit war ich als Person gemeint) ist soooo böse*)". Darauf hin führte ich meinen Hund mal eben kurz aus der Situation, lies sie wieder frei in der Wiese laufen und widmete mich dieser besagten Frau. Um es kurz zu machen: sie bekam einen verbalen Anschiss von mir. Und wo immer sie diesen Schwachsinn des Runterdrückens herhat (ich weiss woher: hier läuft ein Cacar Milan - Anhänger rum, der permanent an den Hunden ruckt, blockt, pöbelt oder sie mal eben hinschmeissen muss - einer der unreflektierten Selbsternannten), das wäre gerade mal Dreck und sie hat schonmal keine Hand an meinen Hund anzulegen. (Ich hab das hier mal internetfähig wieder gegeben, um nicht soviele Worte wieder streichen zu müssen....).
Super: da baue ich das Vertrauen des Hundes in fremde Frauen wieder auf und dann kommt so eine ******* daher?! Nachdem sie den Einlauf kassierte, drehte ich mich um, ignorierte sie und sprach im normalen Ton mit dem Podenco-Paar weiter. Diese hatten sich rausgehalten und schienen an ein weiterführendes Gespräch mit mir auch interessiert zu sein. Wir kehrten also wieder zum Jagdverhalten und ausbruchsicheren Geländen zurück. Merkbefreite Hundeschieberin hinter mir, versuchte sich in das Gespräch mit einzuklinken. Dumm nur, denn ich ignorierte sie weiter und das Paar hatte sie wohl nicht gehört (oder hören wollen?). Mit den treffsicheren Worten, die für mich übersetzt soviel heissen wie: "Schlag mich, ich brauch das!" plärrte sie aus dem Hintergrund: "Wie, jagt Marie denn immernoch?". Damit hatte sie mich wieder und ich wünschte mir einen Baseballschläger zur Hand. Mit dem Blick, der mehr verriet als die tausend Gedanken des Niedermetzelns in meinem Kopf, gab ich nur einen Satz zurück: "Was ist das denn für eine schwachsinnige Frage?!" und drehte mich wieder rum.
Das Podenco - Paar war derweilen wieder mit dem Verhindern der Ausbruchversuche ihres Rüden beschäftigt und ich wollte die Situation auflösen und gehen, nachdem Marie eh nur noch neben mir stand. Da kommt Frau doch glatt daher und fragt allen ernstes, ob sie mitlaufen könne, um das Problem zwischen den Mädels wieder zu lösen. Äh? Welches Problem? Was gab es da zu lösen? Ich entgegnete dann, dass nicht die Hunde ein Problem hätten, sondern sie gerade das Problem wäre, weil sie einfach nicht aufhört, das immer wieder zu gewichten. Ich liess sie stehen und was macht sie? Kommt mit allen ernstes hinterher!!! Jetzt hätte ich gerne den Baseballschläger mit eingelassenen Nägeln zur Hand. Ich steuerte gezielt den Ausgang des Parks an, um die Situation nicht noch weiter eskalieren zu lassen.
Ich bin alles andere als ein gewalttätiger Mensch und ich bin niemand, der den Hang hat, andere mit einem Baseballschläger erlegen zu wollen. Das nur mal so am Rande. Jemand, der mich kennt, weiss, dass ich eher deeskalierend agiere und reagiere. Ich bin nicht konfliktscheu, habe aber keinen Hang zur Gewalt. Doch diese Frau macht aus einem "Ich habe keine Lust auf Dich und will nicht, dass Du mitgehst" ein "Dann lauf ich eben hinter her" und dieses Übergriffige bei ihr, bringt mich an meine Geduldsgrenze.
Wie gut, dass am Ausgang noch eine Hundebekannte kam. Sie hat sich dann an deren Hacken gehängt. Nee oder?!
Warum bitte sind die meisten hier so anders? Ich mag Smalltalks unter Hundeleute. Man labert ein wenig und geht dann seines Weges. So wie in Cux, alles entspannt. Hier aber sind Zecken unterwegs und bei aller Tierliebe: Zecken bespreche ich nicht, da lege ich keine Hand auf und bitte sie zu gehen. Da hole ich die Chemiekeule raus und gut ist.
Und während ich selbstkritisch frage, ob ich eigentlich weiter Hundetrainerin sein kann/will, kommen solche Menschen daher und fühlen sich als solche..., unfassbar schräg oder?
