TiRo

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Es ist wie es ist ... und alles bleibt anders.


Garten & Mehr

Veröffentlicht von TiRo auf 10. September 2013, 12:25pm

Nach gefühlten Jahren habe ich es vorgestern und gestern mal wieder geschafft, meine DigiCam in die Hand zu nehmen. Ich musste feststellen, dass ich gar nicht mehr fotografieren kann und die korrekten Einstellungen von Blende & Co habe ich längst wieder vergessen... *urgs*.

 

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Seit heute regnet es ununterbrochen und es ist so kalt geworden, dass es uns nicht mehr zwingend nach Draußen zieht, wenn es nicht sein muss. Umso netter, dass wir noch Sonne hatten, als ich auf die Idee kam, mal mit der Kamera Garteneindrücke zu sammeln. Jesses, wir wohnen jetzt schon ziemlich idyllisch hier! :)


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Spunk meint, das sei alles ihres!

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Von ihren "Ausflügen", bzw. dem "Patrouillelaufen" hatte ich ja schon berichtet. Insgesamt ist sie gerade dabei, ihre Nischen weiter auszubauen. Dieser kleine Hund hat soviel Blödsinn im Kopf, dass man meinen könnte, sie hätte heimlich eine Verjüngungskur hinter sich gebracht, während wir am Kartonsschleppen und Möbelaufbauen waren. Außerdem sind Marie und sie jetzt ein "Bombenteam". Sie sind endgültig zusammen gewachsen und Spunk jagt jetzt auch wieder "wie Dreck". :) Na gut, im Gegensatz zu Marie bekomme ich sie gestoppt...

Ich muss in letzter Zeit oft an den Kommentar von S. auf Facebook denken. Ich hatte ein Bild vom Zwergenhund gepostet. Auf diesem Bild sah man, wie gut Spunk drauf ist und wie sehr sie es genießt, nun zwischendurch raus zu können, bzw. in den Garten auf den Rasen. Und S. schrieb, was für ein Leben Spunk hinter sich hat, und dass sie jetzt endlich noch ein Stück mehr Hundeglück genießen darf. Ja, tatsächlich. Ich hatte da gar nicht mehr so dran gedacht: die ersten vier Jahre hatte sie wirklich ein sehr "bewegtes" Leben. Verstecken und Bewachen waren ihre Hauptaufgaben, ehe sie zu uns zog. Dann die tiefe Verbundenheit zu Hermine, Spunk lernte, dass sie frei ist, sich nicht mehr zu verstecken braucht, dass ihr nichts auf den Kopf fällt, dass nicht jedes Anfassen ein Übergriff darstellt, dass niemand mehr droht über sie zu stolpern oder sie versehentlich zu treten. Dann der Verlust ihrer Freundin, die Trauer. Die Tierarztbesuche..., einmal dachten wir sogar schon, wir würden sie nicht mehr lebend mit nach Hause bringen können. Und jetzt rockt der kleine Punk durch die Gegend, hat sogar einen neuen Job - wie klasse ist das denn?!


 

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Marie hat noch immer Angst vor der Kamera. An das Fotografieren mit dem Handy hat sie sich derweilen gewöhnt. Nehme ich aber die DigiCam in die Hand, ist es vorbei und egal wo sie sich gerade befindet: sie möchte den Ort verlassen, ehe die Kamera es schafft, sie anzugreifen. Um überhaupt mal ein Bild zu bekommen, auf dem sie nicht wie ein geprügelter Hund aussieht, hat sich Ditze einen Sack Trockenlunge geschnappt und versucht, sie ein wenig abzulenken, während ich mich auf dem anderen Ende der Terrasse befand. 

 

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Marie ist sicherlich einer der durchgeknalltesten Hunde auf Erden und genauso wie ich, muss sie über mindestens 37 weitere Persönlichkeiten verfügen - anders kann ich mir das alles kaum mehr erklären *schallend lach*!

Eigentlich wollte ich immer mal eine ganz anrührende Geschichte zu diesem Hund schreiben, mit so einem reisserischen Titel wie: "Aus der Tötungsstation - innerhalb von 1,5 Jahren zum Begleit- und Therapiehund". Aber neben dem, dass ich das nicht gebacken bekomme, passt das auch nicht zu uns, so zu schreiben. Marie fordert mich auch viel zu dolle, als dass ich hier irgendwie so eine Mitleidsnummer schreiben könnte. Gut, sie kommt aus einem Tierheim, Vergangenheit unbekannt. Sie jagt weiterhin wie Dreck, ist so schnell, dass sie sogar Singvögel fangen kann, sie zieht weiterhin an der Leine. Sie klaut wie ein Rabe, macht mich zwischendurch wahnsinnig. Sie macht sich weiterhin ins Fell, wenn Blitze kommen oder Lichter an die Wand fallen, wenn ich die DigiCam nehme. Sie stand kurz vor einem epileptischen Anfall letztes Silvester und ich habe schon so manche Nacht mit diesem Köter durchgemacht, weil wieder irgendetwas ihr Angst gemacht hatte... Blitz? Zimmer zu hell? Zimmer zu dunkel? Mein eBook-Reader, mein Hörspiel? Mein Handy? Man weiss es nicht und wenn ich ehrlich bin, ist es mir derweilen auch schnurzpiepegal. Ich gebe ihr meine Nähe und lege auch die Hand auf ihren Rücken, sie darf mit ihrem Kopf auf meiner Hand einschlafen, wenn es sie beruhigt und sie darf dann auch neben mir auf dem Bett liegen, aber bitte: ich will schlafen und keine baulichen Maßnahmen mitten in der Nacht vornehmen!

Anders herum ist sie sehr selbstbewusst geworden. Sie geht derweilen offen auf Menschen zu, rockt durch die Straßen, hebt das Bein wie ein Rüde. Sie orientiert sich an meiner Person, wenn ihr was ungeheuerlich draussen vorkommt. Sie bleibt auch in extremeren Situationen ruhig an meiner Seite und: sie hat nun einen Job! Sie begleitet mich nämlich jetzt ab und an zur Arbeit. Sie ist (noch) kein Therapiehund, aber wir erzielen schon therapeutische Effekte mit unserer Arbeit. So kann dieser Hund absolut entspannt zwischen sechs Menschen mit Behinderungen platt auf der Seite liegen. Sie lässt sich von jedem anfassen, puscheln, nimmt nix krumm, hat keine Angst und stahlt durch eine in sich ruhende Präsenz. Ich kann mich da voll und ganz auf sie verlassen. 

Spunk war übrigens auch schon mit und bei ihr war es genau das Gleiche: sie lässt sich von jedem anfassen (!), mit einer absoluten Gelassenheit sitzt sie es aus, wenn ein Bewohner ihr "Gib Pfötchen" beibringen möchte.... ;))


Ganz ehrlich? Ich bin schon ein bißchen stolz auf diese beiden Hunde! Und sie sind der Beweis dafür, dass ein Hund nicht nur "schwarz - weiss" ist, sondern über ganz viele Facetten verfügt. Aber neben diesem Stolz hat es sich für mich wieder einmal mehr bestätigt, dass Tiere als therapeutische Helfer eingesetzt, Großes vollgringen können und weitere Türen öffnen!


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