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Bioenergetische Meditation in Cux

Veröffentlicht am 12. November 2014, 12:30pm

Kategorien: #Cuxhaven

Bioenergetische Meditation in Cux

... oder auch: "Das TiRo - Experiment".

Eigentlich waren wir von unserer Vermieterin "nur" auf Kaffee und Apfelkuchen eingeladen worden. Da sie ein offenes Haus hat und sich zudem über viele nette Leute in eben diesem freut, kamen die Nachbarn aus dem Appartement nebenan auch. Da saßen wir in der illustren Runde und ehe ich mich versah, hatte ich am nächsten Morgen eine Verabredung zu meiner ersten "Kontaktsitzung" in Sachen "Bioenergetische Meditation nach Viktor Philippi".

Die Nachbarin blühte förmlich auf, als sie von ihrer ersten Begegnung mit dieser Art der Meditation erzählte und wie sie zu ihrer Ausbildung zur Biosens (Abk. Bioenergetiker Extrasens) kam. Ohne danach zu suchen, hatte sie etwas gefunden, was ihr immer fehlte, wobei sie bis zu dem Zeitpunkt gar nicht wusste, dass es ihr fehlte. So war J. also nahezu hingerissen, als ich mich dafür offen und neugierig zeigte. Am nächsten Morgen (schon um 9:00 Uhr in der Früh!) sollte ich meine Einführung in diese Art der Meditation bekommen.

Hallelulja, wo war ich da nur wieder reingeraten?! Zugegeben: je mehr Informationen ich erhielt, desto mulmiger wurde mir und selbst, wenn ich der Meditation - im Allgemeinen - gegenüber wirklich offen bin, so erinnerten mich die dahinterstehenden Worte, Geschichten, Handlungen und die Organisation selbst - hier im Besonderen - ein wenig an eine Sekte.

J. berichtete von den Reisen zu den Seminaren. Und von den Seminaren selbst. Dass es im Anschluss immer eine große, gemeinsame Meditation mit Philippi himself geben würde. Da wären immer so 400 bis 500 Leute; und was da abgehen würde, wäre unbeschreiblich.

Dabei ist J. nicht irgendwie missionarisch unterwegs. Vielmehr sucht sie immer wieder nach Worten, um zu erklären, was eigentlich nicht erklärbar zu sein scheint; sie nimmt sich selbst immer wieder zurück, möchte es wirken lassen und mir scheint, sie möchte selbst nicht allzu esoterisch klingen. Aber ihr Gesicht, ihre Euphorie und der nahezu verklärte Ausdruck in ihren Augen, wenn sie von V. Philippi spricht, erinnert mich schon ein einen Jünger... Vielleicht ist dieses aber auch nur ihr Ausdruck für etwas, was sie selbst erfüllt und für das sie sich so begeistern kann.

Bevor wir also nun in die erste "Kontaktsitzung" gehen, noch eine kurze Erklärung, welche im Faltflyer von Philippi zu finden ist:

Die Vorsilbe Bio (griech.) bedeutet "Leben". Der Begriff "Meditation" ist lateinischen Ursprungs und bedeutet: tiefes, entspanntes Nachdenken. In der Biomeditation wirkt zusätzlich die Bioenergie, die ich als Kraft und Liebe Gottes bezeichne - wie auch immer man ihn sich vorstellen möge. Nur durch Liebe kann Heilung geschehen. Und Heilung ist das größte Wunder.

Viktor Philippi

Dazu möchte ich noch sagen, dass ich den Flyer zuvor nicht gelesen habe. Wobei das eigentlich auch keine große Rolle gespielt hätte, denn ich war ja schon drin, in meinem Experiment.

Um kurz nach 9:00 Uhr kam J. und der Tisch in unsrer Retro-Traum-Küche war schnell zur Meditationsliege umgebaut. Nebenbei bemerkt, hätten wir ein kleines statisches Problem bekommen, wäre ich ein wenig schwerer oder größer.... Kurzum baute sie ihren tragbaren CD-Player samt Reiseboxen auf. Dazu bekam ich ein paar Sätze zu den verschiedenen CDs von Philippi - mit dem gleichen verklärten Gesichtsausdruck. Die Musik dazu würde die Sitzung vervollständigen und wenn die Musik aus wäre, dann wäre auch die Sitzung beendet. Diese würde rund eine Stunde andauern.

J. gab noch ein paar Erklärungen ab, so dass sie mich an einigen Stellen meines Körpers berühren würde und ich sie selbstverständlich ansprechen könne, wenn irgendwas ist. Ich wäre ja "voll da" und was passieren könnte, wäre, dass ich einschlafe (wer mich kennt, weiß, dass das mit Sicherheit never ever passieren würde!).

Nachdem ich (wirklich) bequem auf dem Küchentisch lag, zündete sich J. eine Kerze an. Mit Hilfe dieser würde sie sich zwischendurch wieder erden. Sie selbst bereitete sich für die Sitzung vor, es wurde still (ich wartete ab). Sie bat mich, ihr nachzusprechen. Und tatsächlich: es war eine Art Gebet! Das ist ja nun eigentlich so gar nix für mich, aber war nunmal ein Teil des Experiments.

Die Musik erklang im Hintergrund und J. legte ihre Hand zunächst im linken Schlüsselbeinbereich auf. Dann auf meinen Magen, Schambein, Hüfte, Knie, Füße... Sie arbeitete sich über meinen Körper und ich machte... gar nix. Ich lag da und ich kann schon behaupten, dass es durchaus entspannend war. Sie hatte das richtige Maß und Empfinden für den Druck, den sie auf die Körperstellen ausübte. Zwischendurch streifte sie immer mal wieder in der Luft über meinen Körper, erdete sich an ihrer Kerze.

Nach rund einer halben /dreiviertel Stunde, verspürte ich den Impuls, aufstehen zu wollen und fragte mich, wie lange die Musik denn wohl noch laufen würde... Irgendwie wurd mir langweilig. Obwohl oder vielleicht weil ich entspannt war, dachte ich mir: "Reicht jetzt auch!". Was passiert wäre, wenn ich jetzt einfach aufgesprungen und die Sitzung für beendet erklärt hätte, weiß ich nicht, denn entgegen meines Impulses blieb ich liegen und dachte daran, dass es sicherlich galt, diesen Punkt zu überwinden...

Nachdem ich mich noch auf den Bauch gedreht hatte und eine Art Massage erhielt, war die Sitzung vorbei.

Und ehrlich gesagt: das reichte mir auch! Es war tatsächlich auch entspannend und teilweise angenehm, aber ich war nicht böse drum, dass es vorbei war. Punktuell war es schon auch ein bisschen "schräg"...

Das Ganze sollte dazu dienen, Blockaden zu lösen und im Körper Selbstheilungsprozesse in Gang zu bringen. Zwischendurch hatte ich tatsächlich das Gefühl, als würde meine rechte Hand immer breiter werden und wegfließen. Was für J. der Beweis war, dass es funktionierte und sich Blockaden gelöst haben. Für mich war es die Reaktion auf die körperliche Fokussierung und der daraus resultierenden Durchblutung.

Es gab mal eine Zeit, da hatte ich Yoga für mich ausprobiert. Ich kam nie über die Grundübungen hinaus, aber die anschließende Entspannung / Meditation hatte die gleichen Reaktionen ausgelöst. Na ja, irgendwie beschleicht mich der Gedanke, dass man egal ob Yoga, Reiki, Biomeditation oder Stützstrumpfanbeten, immer wieder an die gleichen Punkte kommt. Aber da "das Kind nun einmal einen Namen braucht" und man sich nebenbei noch ein paar Rechte in Form von Methoden, CDs und Publikationen sichern kann, schafft mensch sich eben ein eigenes Universum.

Aber dieses Universum ist nach J. und Philippi selbst, DAS Universum. So gehöre ich nun wohl auch zum Kreise der "Erlauchten". Aber nur auf Zeit, denn meine ist in Sachen "Biomeditation" schon wieder beendet. Reicht...!

Ich erhielt von J. netterweise noch den Flyer und wenn ich bei aller Offenheit schon auch ein komisches Bauchgefühl hatte, so hatte ich die Bestätigung spätestens mit eben diesem Faltblatt, in dem geschrieben steht:

[...] Ein konkretes Beispiel ist Krebs. Warum erkennen und zerstören die körpereigenen Killerzellen die Krebszellen nicht (bzw. nicht mehr)? Ihnen fehlt die korrekte Information. Sie sind für das Erkennen der Krebszellen blind geworden. Nur deshalb können sich die Krebszellen ungehindert ausbreiten und den Körper Stück für Stück zerstören. Genau an dieser Stelle, an der die Informationsstörungen entstehen, beginnen die Bioenergie und die Bioinformation die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. In der Biomeditation werden die fehlenden Informationen übermittelt, die falsche Information wird korrigiert und die fehlende Kraft übertragen. Ohne Information kann es im Körper keine Funktion geben, und fehlerhafte Informationen verursachen fehlerhafte Funktionen. Beides führt immer zur Entstehung unterschiedlicher Krankheiten.

V. Philippi

Daraufhin mal ein schlichtes "Ooooh ha!" von mir...!

V. Philippi sieht seine "Biogenetische Meditation" offiziell selbst als eine mögliche Ergänzung zur Schulmedizin. Andererseits bezeichnet er sich als Heiler. Er selbst sieht seine Gabe und Fähigkeit "von Gott gegeben", aber (mit Hilfe seiner Seminare) können es auch andere Menschen erlernen (wie praktisch und wunderbar...). Er selbst betont wohl auch immer wieder den Bezug zum Christentum, wobei es da Widersprüche zu geben scheint.

Wer jetzt mehr zu Philippi, seiner Ausbildung oder was auch immer an Informationen nachlesen will, der kann das auf folgenden Seiten - jeweils mit dem "www." davor und dem ".de" hinterher - im Internet tun:

viktorphilippi

biomez

theomedizin

Kritisches findet sich ebenso schnell, bspw. hier:

http://www.ekd.de/ezw/images/ezw_utsch_bioenergetische_meditation_nach_viktor_philippi.pdf

Nach runden 1,5 - 2 Std. ging J. wieder aus der Tür. Sie hatte sich irgendwie mehr als ich über diese Sitzung gefreut und plauderte noch munter, während ich vor lauter Entspannung tatsächlich genug hatte und mich nach Kaffee, Kippen, Ditzes Stimme, Hundegetrappel, Zeitungsrascheln und meinem Buch sehnte.

Aber hej: ich hab's ausprobiert und selbst wenn mir der Kick dabei fehlt, so war J. glücklich, ich um eine Erfahrung reicher und da ich nicht Gefahr laufe, mein Geld jetzt in Form von Biosens-Seminare auszugeben, kann ich gucken, wie ich das Geld so anlege, dass ich über das Schreiben in den Flowzustand komme und ebenso glücklich werde! ;)

Und damit schließe ich mit einem Zitat, vom Zettel meines Yogi Tea:

Bioenergetische Meditation in Cux
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