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Es ist wie es ist ... und alles bleibt anders.


Heimfahrt.

Veröffentlicht von TiRo auf 14. Oktober 2015, 12:04pm

Kategorien: #Einfach so...

Heimfahrt.

Fortsetzung von "Im Freistaat sind selbst die Hunde genormt." und die Etappe III vom Reisebericht in Etappen...

 

Die Heimfahrt stand an - viel zu früh, zu schnell verging die Zeit! Dieses Mal sollte ich besser vorbereitet sein. Nicht nur, dass Mela und Chrissy mir eine Thermoskanne mit Kaffee samt Becher mitgaben, so hatte ich dazu gelernt und auch meine Ibuprofen im Handgepäck verstaut. Das Entscheidenste aber, um diese Fahrt zu überstehen, stellte direkt die "Geruchsprobe" noch vor Fahrtantritt dar. Ich pirschte mich quasi langsam und unauffällig an den Menschen vor mir in der Reihe an und schnupperte, ob dieser Knoblauch instuss hatte. Hatte er nicht. Als sich jemand hinter mich setzte, schnupperte ich auch dort mehr oder weniger unauffällig Richtung Sitz - auch er war "sauber". 

Ein junger Mann lief aufgeregt durch den Bus, quatschte jeden anderen Fahrgast an und wollte von fünf unterschiedlichen Leuten bestätigt haben, dass der Bus auch wirklich Richtung Frankfurt fahren wurde. Und ob dieses die "Speisekarte" sei, sich dort die Steckdosen befinden, dies die Boardtoilette sei, wie man eigentlich atmet und die Welt sich dreht... Unter dem Strich: er war überhaus kontaktfreudig mit dem Hang, die Nerven seiner Mitmenschen zu strapazieren. 

Nach einer rührenden Abschiedszene samt Tachentücher (ich wedelte einfach direkt mit dem gesamten Paket und packte die Tücher nicht einzelnd aus) gings also los... Der Busfahrer schien ein Müh gereizt zu sein, aber da er dieses in eine äußerst schnelle und sichere Fahrweise umsetzte, sollte mir das gerade recht sein. 

Ich weiss gar nicht mehr, wie lange wir schon unterwegs waren und wann dieser Typ zustieg, aber mit einem Mal fing er an, den kontaktfreudigen jungen Mann von eben anzupöbeln. Er solle "endlich mal die Fre**e halten und er ginge ihm tierisch auf den S*ck und wenn er nicht zu labern aufhören würde, dann käme er rüber". Ooooooha! Da lag wohl etwas Spannung in der Luft?! Hm..., es beruhigte sich wieder. Wie auf dem Hinweg kam die erste und einzige Rast und da hatte ich die Gelegenheit, diesen rumpöbelnden Typen mal richtig zu sehen. Wow, was bitte hatte der konsumiert?! Mindestens Speed oder Koks, sicherlich gepaart mit einer satten psychischen Grunderkrankung. Hallelulja! Bei all meinem pädagogischen Feingefühl und meiner Berufsehre, aber das wollte ich mir gerade nicht geben und habe mich flott vom Acker gemacht, als sich dieser Typ an der Raststätte neben mich setzte. Ich hatte hier keinen Beratungsauftrag und war reinweg privat unterwegs.... Und nachdem der Busfahrer schon unterschwellig gedroht hatte, dass die Passagiere doch bitte pünktlich zum Bus zurück kommen sollten, waren alle da - nur der Fahrer nicht. Wenn es nicht so gewesen wäre, dass der Typ samt Drogen und psychischer Erkrankung vor dem Bus rumgetigert wäre, als würde er eine Antilope reissen wollen, hätte das schon fast was von Situationskomik gehabt. 

Heimfahrt.

Wenigstens hatte ich meinen Kaffee - alles würde gut werden. Und meine Ibu..., wovon ich tatsächlich noch eine während der Fahrt brauchte. Aber keine Geruchsbelästigung, mein Brechzentrum blieb dieses mal verschont, was die Fahrt insgesamt wesentlich entspannter sein ließ. 

Natürlich war es so, dass sich trotz all meiner Bemühungen, mich auf dem Sitz breit zu machen und zusteigende Passanten zu missachten und dabei möglichst grimmig auszusehen, eine junge Frau neben mich setzte. Klar, waren ja auch nur rund 15 andere freie Plätze vorhanden..., hmpf! Aber gut, sie war mit ihrem Handy beschäftigt und ich mit meinem kleinen mobilen Büro in Form meines Phones. Ich hatte gerade eine ersehnte Nachricht meines Lektors bekommen, leider aber nur mit der Info, dass er meine Datei nicht öffnen konnte - ganz egal, was er auch unternahm und ob wir nicht mal telefonieren wollten. Gerade, dass ich überlegte, ihm lieber eine Mail von meinem Laptop zuhause zu schicken, um ihm mitzuteilen, dass ich es nochmal umformatieren würde, kam es noch besser und ich bekam das Angebot, mir das komplette Office von der Marke mit dem Fenster runterzuladen. Ein Highlight während der Fahrt, waren doch jetzt technische Hürden aus dem Weg geräumt. Danke auch nochmal dafür! ;*

verregnetes Frankfurt

verregnetes Frankfurt

In Frankfurt brauchte der Pöbelkopp mit Drogenhintergrund scheinbar neuen Stoff - er war dann mal weg. Genauso wie der Nervzwerg. Jo, so schnell konnte es gehen. Meine körperliche Verfassung ließ nun zwar keine völlige Entspannung zu, aber immerhin atmete ich innerlich einmal auf und schaute auch großzügig darüber weg, dass mir dieses Kürbeskernknacken samt demonstrativem Tütenrascheln und Telefonieren ein wenig auf der Zwirn ging. So langsam wurde ich wieder ungerecht und unkorrekt... *räusper*.

keine Stinkefüsse, Glück gehabt

keine Stinkefüsse, Glück gehabt

Die weitere Fahrt verlief recht unspektakulär und insgesamt war sie wesentlich netter als die Hinfahrt. Mit nur gerade mal 40 Minuten Verspätung kamen wir hier am ZOB an, wo es natürlich regnete wie blöd. Ach was soll´s: wenn ich schon seit der 1. Rast neun Stunden ohne Kippe war, so machten es die letzten 10 Minuten auch nicht mehr, bis wir zuhause waren.

 

Und damit ist der Reisebericht in Etappen zu Ende. Schade eigentlich....

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