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[Buch] Baba Jaga von Toby Barlow

Veröffentlicht von TiRo auf 24. Juni 2015, 11:05am

Kategorien: #Bücher

[Buch] Baba Jaga von Toby Barlow

Baba Jaga sind in der slawischen Mythologie Märchengestalten. In seinem gleichnamigen Roman erzählt der Autor Toby Barlow eine skurrile und rasante Geschichte.


Da ist Will, der augenscheinlich in einer Werbefirma arbeitet, diese aber eigentlich als Briefkastenfirma der CIA fungiert. Will ist sehr großzügig bei der Herausgabe wichtiger Informationen, so dass er mehr und mehr in den Strudel der Spionage und in die eine oder andere prekäre Situation gerät.
Dann sind da noch die beiden russischen Hexen: die wunderschöne Zoja, die die Männer betört und sich damit seit Jahrhunderten ihren Lebensunterhalt sichert. Wird Zoja ihrer überdrüssig, entledigt sie sich kurzerhand der Männer und bringt sie wenig Aufsehen erregend um. Doch dieses Mal ist irgendwas schief gelaufen und ihr letzter jahrelanger Begleiter hängt sehr auffällig mit dem Kopf aufgespießt am Zaun. Sie flüchtet sich zunächst zur alten Elga, der verbitterten alten Hexe, die daraufhin ihrerseits genug von Zoja hat und sie ebenso beseitigen will.
Der Polizist Vidot kommt bei den Ermittlungen zum Fall „Mann am Zaun hängend“ den Hexen bedrohlich nahe, so dass Elga ihn in einen Floh verwandelt.
Hinzu kommen noch die Agenten der CIA, die sich in einschlägigen Etablissements die Klinke in die Hand geben und es wird mehr als rasant in der Geschwindigkeit der Ereignisse.
Dabei muss das Paris Ende der 50´er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Dorf gewesen sein, denn irgendwie begegnen sich alle stets und ständig und ihre Wege streifen sich auf die eine oder andere, manchmal recht spektakuläre Art und Weise... Und während Zoja und Will ihre Liebe füreinander entdecken und Vidot versucht sein Leben als Floh auf die Reihe zu bekommen, experimentiert ein anderer mit bahnbrechenden bewusstseinserweiternden Drogen, in denen sich neue Welten auftun.

Wenn man einige Gegebenheiten einfach mal so hinnimmt und sich nicht wundert oder hinterfragt, dann wird man als Leser dieser rasanten Story seinen Spaß haben.

Ehrlich gesagt war ich hin und her gerissen beim Lesen dieses Buches. Auf der einen Seite hatte ich meinen Spaß und fand die eine oder andere Stelle urkomisch und super geschrieben. Dann wiederum habe ich mich gewundert und ein wenig den Kopf geschüttelt. Es sind eine ganze Menge Personen und Gegebenheiten, die der Autor da zusammen fliessen lässt. Da kam es mir beim Wie manchmal ein wenig flach vor. Das sind so Momente, wo mir ein "Ja nee, is´ klar!" durch den Kopf rauscht und meine Augenbraue nach oben geht. Vielleicht war es ein bisschen zu gut gemeint? Ein Zuviel an Komponenten, die es in der Story zu vereinen gilt? Nahezu genervt war ich sogar auch: von den Hexenliedern, die immer mal wieder in dem Buch auftauchen. In diesen Lieder verbergen sich noch zusätzliche Informationen zu den Hexen. Aber da sie nicht wirklich zum Verstehen gelesen werden mussten und sie für mich wirklich Drüber wirkten, bin ich sogar dazu übergegangen, sie zu überblättern. Eine für mich neue Erfahrung.

Aber selbst, wenn ich manchmal so durch die Handlung des Buches gestolpert bin und irgendwann tatsächlich dahin kam, es "einfach geschehen zu lassen und dran zu bleiben", waren es genau diese Absätze, die mich lachen ließen:

War man schließlich schon einmal von einer rasenden russischen Sexbombe zu einer liebestollen lesbischen Doppelagentin durch die Straßen von Paris gehetzt, konnten Gartengrillpartys leicht ihren Reiz verlieren.

S. 291

Baba Jaga ist der zweite Roman des Autors Toby Barlow. Sein Debütroman Sharp Teeth brachte ihm mehrere Auszeichnungen ein. Barlow lebt Detroit und New York und arbeitet als Creative Director in einer Werbeagentur.

Baba Jaga von Toby Barlow (übersetzt von Giovanni und Ritte Bandini), erschienen 2014 beim Hoffmann und Campe Verlag | Atlantik Bücher, ISBN: 978-3-455-60000-1

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