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[Buch] Das Haus der dunklen Träume

Veröffentlicht von TiRo auf 29. April 2015, 10:38am

Kategorien: #Bücher

[Buch] Das Haus der dunklen Träume

Das Haus der dunklen Träume von Stefanie Kasper ist eines jener Bücher, welche mich wirklich überrascht haben.

So hatte ich auf den ersten rund 70 Seiten den Eindruck, dass mich die Gegend, in der die Handlung stattfindet mehr begeistert, als der Inhalt selbst. Doch dann kam es anders.

 

Nach sieben Jahren hat Annika endgültig die Nase voll von ihrem (Ex-) Freund und dem Münchener Großstadtleben. Als sie eine Verkaufsanzeige liest, in dem der alte "Pfarrhof" angeboten wird, weiß sie, was zu tun ist: sie kauft den Hof, bricht alle Zelte ab und zieht wieder in ihr altes Heimatdorf. Das Erstaunen und Entsetzen der Familie und Einwohner ist groß, denn der alte Pfarrhof, der allgemein auch als "der Bodelhof" bekannt ist, hat einen berühmt-berüchtigten Ruf.

Doch Annika hat sich - vom ersten Augenblick an - diesem Hof verbunden gefühlt und gibt alles, um ihn bewohnbar zu machen und zu erhalten. Direkt beginnen ihre Träume, die allzu real zu sein scheinen und die das Leben von Maria, der Magd und späteren Frau des Bodelbauern zeigen. Hinzu kommen die merkwürdigen Geräusche, die so gar nicht mit den alten, knarrenden Holzbalken des Hofes zu erklären sind. Vielmehr scheint der Bodelhof noch ein eigenes Leben zu beherbergen. Annikas Träume gehen in Trancezuständen über und dann offenbart sich Maria ihr auch noch in einer visuellen Erscheinung. 

Während alle um Annika herum ihr raten, den Hof schnellstens wieder zu verkaufen oder gar abzureissen, lernt sie Viktor kennen. Er steht eines Tages als angeblicher Architekturstudent in ihrem Gemüsebeet. Unter dem Vorwand, dass er Annika bei der Renovierung des Hofes helfen wolle und als Gegenzug den Hof zum Bestandteil seiner Masterarbeit machen kann, zieht er mit auf den Bodelhof. Doch eigentlich ist Viktor weder ein Architekturstudent, noch schreibt er seine Masterarbeit. Vielmehr hat er die Unterlagen seines bisher unbekannten, verstorbenen Vaters bekommen, der als "Wissenschaftler für parapsychologische Erscheinungen" selbst auf dem Hof war und zudem über ihn berichtete. 

Allen Widrigkeiten zum Trotze, gerät Annika immer tiefer in die Geschichte von Maria, die Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem Hof lebte und viele Grausamkeiten durchmachen musste. Annika möchte nicht nur um den Bodelhof kämpfen (der anderen schon das Leben kostete oder sie in den Wahnsinn zu treiben schien), sondern auch Marias Geheimnisse lüften und ihr schlußendlich helfen, ihre Ruhe zu finden.

[Buch] Das Haus der dunklen Träume

Anfangs hatte ich tatsächlich die Befürchtung, so einen "abgeschmackten" Geisterjäger-Roman in den Händen zu halten. Hinzu kam, dass die Passagen, welche die Rückblenden in Marias Leben darstellen, teilweise im bayrischen Dialekt geschrieben sind. Zwar verstehe ich dieses, aber es so zu lesen, empfand ich zunächst als überflüssige Anstrengung. Erst im weiteren Verlauf des Buches merkte ich, dass sie die Szenen noch authentischer werden lassen. Und während mich anfangs die Geschichte nicht so recht zu fesseln vermochte, kam dieses im weiteren Verlauf zunächst schleichend und dann schlußendlich voll.

Die Autorin Stefanie Kasper hat es doch noch geschafft, mich zu packen und ins Buch zu ziehen. In ihrem Roman spinnt sie ein so gutes Netz an Beziehungen, Verbindungen und Geschichten, dass ich immer begeisterter wurde und ich es am Ende des Buches sogar ein wenig schade fand, dass es vorbei war, denn sie hat es geschafft, den Spannungsbogen hoch zu halten. Ganz am Ende ihres Buches, berichtet sie kurz, wie die Idee zu diesem Roman entstand - äußerst sympathisch, wie ich fand! Es wird bestimmt nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.

 

Stefanie Kasper stammt aus Peiting im Bayrischen Oberland und lebt zusammen mit ihrem Mann und den beiden Söhnen im Ostallgäu. Das Haus der dunklen Träume ist ihr erster Roman, der sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit spielt. Mit "Die Tochter der Seherin" konnte sie einen großen Erfolg verbuchen und es folgten weitere historische Romane.

 

Das Haus der dunklen Träume von Stefanie Kasper, erschienen 2014 beim Wilhelm Goldmann Verlag, 416 Seiten, ISBN: 978-3-442-47402-8

* * *

Unschwer am zweiten Foto zu erkennen, habe ich bei diesem Buch wieder ein wenig gegooglet... Was das mit dem Lithopädion auf sich hat, werde ich an dieser Stelle nicht verraten, um geneigten Lesern nicht zusehr vorweg zu greifen. Aber soviel: das gibt es wirklich. ;)

Genauso, wie es den alten Kinsauer Pfarrhof gibt, den die Autorin in den Bodelhof umtaufte. Ich recherchierte schon während des Lesens über diesen besagten Hof. Am Ende es Romans war die Autorin doch tatsächlich so nett, darauf hinzuweisen, dass es ihn tatsächlich gibt - wenngleich an einer anderer Stelle als an der, wohin sie den Hof gestellt hatte. ;)

Und so stelle ich mir Annikas Ausblick auf den Lech vor - von ihrer Hollywoodschaukel aus betrachtet... 

Das Foto habe ich selbst gemacht, denn das war der absolute Brüller: unter all den Büchern auf der Welt, picke ich dieses hier heraus, was im beschaulichen Landsberg am Lech spielt. Einer Ecke, bei der ich nicht müde werde zu erwähnen, dass ich ganz in der Nähe - nämlich in Tussenhausen / Zaisertshofen - einen der schönsten Urlaube meines Lebens gemacht habe. Nachzulesen tatsächlich hier auf meinem Blog! Und um jetzt so richtig ins emotional - nostalgisch - Kitschige zu gehen: aufgrund dieses Aufenthaltes, ist dieser Blog überhaupt erst entstanden: Urlaubstagebuch Tussenhausen. Während dieser Zeit waren wir auch in Landsberg am Lech. Daher auch das obige Foto.  Sollte ich jemals nach Bayern auswandern wollen, dann sicherlich genau in dieses Eck! ;)

 

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