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[Buch] Schall und Wahn

Veröffentlicht von TiRo auf 22. Oktober 2014, 09:29am

Kategorien: #Bücher

[Buch] Schall und Wahn

Es ist vollbracht!

Mit "Schall und Wahn" von William Faulkner (neu übersetzt von Frank Heibert) habe ich einen weiteren Klassiker der Weltliteratur gelesen. 

Mein "Don Quijote von der Mancha" von Cervantes war ja der reinste Spaziergang dagegen... Aber von Vorne:

Ich bin weder ein Literaturkenner noch -Kritiker. Ich lese gerne und viel, schreibe neuerdings auch gerne über das, was ich so lese und außerdem bin jetzt in einem Alter, in dem ich mich auch mal an "Klassiker" heranwage. 

 

Als ich "Schall und Wahn" in die Hand nahm, wusste ich, dass es hier um das Schicksal und den Untergang der  Familie Compson über drei Jahrzehnte ging, vom Glanz und Verfall der Südstaaten. Ich wusste auch, dass dieses Buch aus mehreren Sichtweisen geschrieben wurde. Den Anfang machte Benjamin, der geistig behinderte Sohn der Familie, der kastriert wurde, nachdem er sich für Mädchen interessierte. Gefolgt von Quentin, für dessen Harvardbesuch Benjamins Weide verkauft wurde und der Suizid beging, als er das erste Jahr absolviert hatte. Anschließend die Schilderung aus Jasons Sicht, der sich selbst bereicherte und am Ende arm dasteht. Schlußendlich folgt die etwas allgemeinere Sicht, mit Einblick in die schwarze Dienerschaft, insbesondere Dilsey, die treue Seele, die die verkorkste Familie begleitet hat, bis sie selbst gebrechlich und grau war (mir die sypathischste Figur). 

 

Ich ziehe meinen Hut vor dem Übersetzer, der hier sicherlich vor einer großen Aufgabe und Herausforderung stand: 

William Faulkner darf als eines der sieben stilistischen Weltwunder des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden.

Klappentext / Neue Zürcher Zeitung

HeiHeiHei..., gr0ße Worte!  Als die Originalausgabe 1929 unter dem Titel "The Sound and the Fury" erschien, mochte der Schreibstil sicherlich als außergewöhnlich, herausragend, völlig anders und als etwas noch nie dagewesenes bezeichnet werden. Heutzutage beschwert man sich in der Schule darüber, dass die Kids nicht mehr richtig schreiben lernen und es hätte nichts herausragendes mehr. Kein stilistisches Weltwunder, vielmehr wäre ihre Versetzung in Deutsch gefährdet. 

Der Übersetzer hat hier ganze Arbeit geleistet und sicherlich sein Herzblut reingegeben. Denn je tiefer man Einblicke in die Gedankenwelt der einzelnen Darsteller bekommt, desto wirrer wird der Stil. Bishin zu dem, dass man selbst seine liebe Not hat, denn es gibt dann keine Satzzeichen, keine Groß- und Kleinschreibung, keine ganzen Sätze mehr. Für mich war es schlicht anstrengend das zu lesen und ich blätterte sogar einige Mal vor, um zu schauen, wie lange ich dem noch ausgesetzt sein würde. Und ich gebe es weiter zu: ich habe dieses Buch nicht verstanden. Und hätte ich nicht das Nachwort des Übersetzers gelesen, dann hätte ich bis heute nicht so wirklich begriffen, was ich da eigentlich gelesen hatte. Aber es ging mir anscheinend nicht alleine so:

Die genannten Hürden sind von Faulkner gewollt. In einem Interview darauf angesprochen, dass manche Leser auch nach zwei oder drei Lektüre - Durchgängen noch Verständnisprobleme hätten, empfahl er trocken: "Read it four times." Was soll man sagen: Da ist etwas dran. Und es lohnt sich, jedes Mal ein bisschen mehr.

Heibert, F. (2014): Die Tonspur des Niedergangs, Nachwort des Übersetzers, aus: Faulkner W.: Schall und Wahn, S. 366

Hm.... Ich lasse das jetzt mal so stehen und schiebe ein Video hinterher, welches wesentlich besser dieses Werk beschreiben und erklären kann, als ich es jemals könnte.

"Schall und Wahn" von William Faulkner

neu übersetzt von Frank Heibert

erschienen: 2014 im Rowohlt-Verlag

ISBN: 978 3 498 02135 1

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